Gebet für verfolgte Christ*innen 08.01.2026
Im Namen des Vaters und des Sohnes…
Herr Jesus Christus, wir denken auch heute wieder an die Menschen, die für ihren Glauben leiden, die für ihre Hoffnung bedrängt werden, die für ihre Treue zu dir sterben.
17 katholische Missionare im Jahr 2025 weltweit getötet
Die Agentur Fides hat ihre jährliche Bilanz veröffentlicht: 17 Priester, Ordensleute und Laien verloren im vergangenen Jahr im Dienst der Kirche ihr Leben. Besonders Afrika bleibt mit zehn Todesopfern der gefährlichste Kontinent für kirchliche Bedienstete. Hinter den nackten Zahlen des am Dienstag veröffentlichten vatikanischen Fides-Berichts verbergen sich Einzelschicksale von Menschen, die nicht für Schlagzeilen lebten, sondern für ihren Glauben in den schwierigsten Regionen der Welt.
…Jesus, der von den Toten auferstanden ist
Die geografische Verteilung zeigt eine dramatische Zuspitzung in Afrika. Hier wurden zehn Mitarbeiter getötet, darunter sechs Priester, zwei Seminaristen und zwei Katecheten. Besonders erschütternd ist der Fall des jungen Seminaristen Emmanuel Alabi, der nach seiner Entführung aus einem Seminar auf einem Gewaltmarsch seiner Peiniger starb. In Amerika wurden vier Missionare getötet, darunter zwei Ordensschwestern in Haiti, die Opfer der dort herrschendenden Bandengewalt wurden. In Asien starben zwei Priester – einer davon, Donald Martin, war der erste katholische Priester, der im blutigen Bürgerkrieg in Myanmar ermordet wurde. Sein verstümmelter Körper wurde von Gemeindemitgliedern in der eigenen Pfarrei gefunden. Auch Europa verzeichnete mit dem Mord an einem Priester in Polen ein Opfer. Seit dem Jahr 2000 wurden weltweit insgesamt 626 katholische Missionare getötet.
…Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist
Fünf katholische Priester und Ordensleute wurden in Nigeria ermordet, unzählige weitere entführt. Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, selbst gebürtiger Nigerianer, blickt mit einer Mischung aus Trauer und Scham auf seine Heimat. „Nigeria ist eines der religiösesten Länder der Welt. Wir alle sagen, wir seien Menschen des Friedens. Doch vor diesen Fakten möchte ich sehen, dass muslimische Freunde den Missbrauch ihrer Religion für Gewalt endlich klar zurückweisen“, so der Erzbischof.
In der Debatte darüber, ob man in Nigeria bereits von einer systematischen Christenverfolgung sprechen kann, nutzt er ein prägnantes Bild: Er spricht von einem „Smoke Screen“ – einer Rauchleinwand aus allgemeiner Unsicherheit und Kriminalität. Dieser Zustand des totalen Sicherheitszusammenbruchs verhindere oft den klaren Blick darauf, ob bestimmte Gruppen gezielt angegriffen werden.
Doch die Indizien für eine gezielte Verfolgung verdichten sich. Viele Signale deuten darauf hin, dass es Gruppen gibt, die systematisch christliche Gemeinschaften ins Visier nehmen. Besonders auffällig sei, dass Sicherheitskräfte bei Angriffen auf christliche Gläubige oft gar nicht oder viel zu spät reagierten.
…Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat
Harte Kritik übt der Erzbischof an der nigerianischen Regierung. Dass bewaffnete Gruppen 300 Schülerinnen und Schüler entführen können, ohne dass der Staat einschreitet, sei mehr als nur Inkompetenz. Es fehlt der Wille zu reagieren. Selbst die Armee werde durch Hinrichtungen von Generälen, die von Milizen gefilmt werden, gedemütigt. Gleichzeitig warnt er vor einer gefährlichen Pauschalisierung. Der Konflikt zwischen den meist muslimischen Fulani-Hirten und christlichen Bauern werde zunehmend als Deckmantel für dschihadistischen Terror missbraucht. „Die Fulani werden für alle zu Teufeln. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es viele gute Fulani gibt. Wenn wir die gesamte Volksgruppe dämonisieren, reicht ein Funke, um neuen Hass zu entfachen.“
…Jesus, der dich oh Jungfrau in den Himmel aufgenommen hat
Trotz der Gefahr bleiben die kirchlichen Strukturen oft der einzige Halt für die Bevölkerung. Während die Regierung versagt, bieten die Diözesen Schutzräume und Bildung an. Der Erzbischof betont, dass das christliche Martyrium kein freiwilliger Heroismus sei: „Der Märtyrer ist niemand, der Selbstmord begeht. Er ist jemand, der in Nachfolge Christi die Liebe Gottes für alle bezeugt – und dabei bereit ist, sein Leben zu geben.“ Bezüglich der jüngsten US-Militärschläge gegen IS-Stellungen in Nigeria zeigt sich der Erzbischof pragmatisch: Wenn ein Land seine Krisen nicht mehr selbst bewältigen könne und die Regierung immobil bleibe, könne externe Hilfe zur Beseitigung der Gewaltursachen gerechtfertigt sein.
…Jesus, der dich oh Jungfrau im Himmel gekrönt hat
Herr Jesus Christus…
Danke für Euer Mitbeten!